Hi everyone,

morgan-sanson-webIch heiße Morgane Sanson und komme aus Genf (Schweiz). Irgendwo hatte ich gelesen, dass jeder, bevor er stirbt, an zwei Orten auf dieser Welt gewesen sein sollte, und einer davon ist Nepal. Daher entschloss ich mich, nach Nepal zu reisen und als Volontärin in einem Waisenhaus zu arbeiten. Zu Beginn machte die Betreuung der Kinder großen Spaß und ich genoss die Zeit, die wir miteinander verbrachten. Nach wenigen Wochen jedoch wurde die Arbeit sehr anstrengend, und gestaltete sich durch die Sprachbarriere umso schwieriger, da ich im Nepalesischen nur das Wort “Namaste” kenne. Nach der Erfahrung im Waisenhaus erschien mir Alinas Projekt in Kaule wie eine Erlösung: sie hatte schon Erfahrung mit Volontären und richtete alles so ein, dass wir uns gleich wohl fühlten. Alina ist 32 Jahre alt und bereitet ihre Doktorarbeit vor, wobei das Agroforestry Projekt in Kaule in Nepal ihr Studien- und Lehrobjekt ist.

Ich bin voller Bewunderung für alles, was Alina in Nepal aus eigener Kraft in Nepal auf die Beine gestellt hat: sie ist noch so jung und hat schon so viel erreicht, und ich möchte ihrem Beispiel folgen. Ihre Geduld hat mich tief beeindruckt. In Nepal wird alles „morgen” erledigt (was dort alles außer „morgen” bedeutet). Jeden Tag kommen Bauern zu Alinas Haus und schauen ihr bei der Arbeit zu. Sie lächeln, doch sie bieten dabei ihre Hilfe nicht an…. Nie erhebt sie die Stimme oder wird unhöflich und das finde ich ziemlich beeindruckend. Meine Arbeit dort bestand hauptsächlich darin, mich um die Kompostieranlage zu kümmern, den Hügel mit Kräutern zu bepflanzen, damit die Äcker in der Regenzeit vom Monsunregen nicht überschwemmt werden. Zäune wurden gebaut, das Haus wurde zementiert, das Badezimmer bekam neue Kacheln, die Wände wurden gestrichen etc…., Zwei andere weibliche Freiwillige, Claudia und Marie, unterrichteten die Bauern und ihre Kinder in Englisch, was ihnen scheinbar Freude machte, auch wenn es eine Herausforderung war, anderen Menschen eine Sprache beizubringen, von der sie zunächst nicht ein einziges Wort kennen (und andersherum sprachen die beiden kein Wort Nepalesisch). Doch beide bestätigten, dass ihnen das Unterrichten bei so motivierten Schülern großen Spaß machte, zudem die Bauern immer gut gelaunt waren und viel gelacht wurde….
Ich habe meine Zeit hier in Kaule wirklich genossen, es ist ein wunderschöner Ort, das Vereinshaus liegt auf einem Hügel oberhalb der Dorfgemeinschaft und bietet einen atemberaubenden Blick auf Kathmandu und auf die Berge und Felder etc…
Nach Kathmandu mit seiner Luft- und Umweltverschmutzung war Kaule geradezu der Himmel. Die Arbeit war erfüllend, wir konnten uns die Aktivitäten immer frei aussuchen und wir arbeiteten die meiste Zeit über im Freien, was ich sehr genossen habe. Ich möchte auf jeden Fall wieder nach Nepal kommen und Alina besuchen und miterleben, wie weit ihr Projekt gediehen ist.
Morgane

 

Erstellt am am Mittwoch, 10. Juni 2009 um 12:02 - Allgemein.