Projektplanung Kaule

 

Erste Schritte

Im September 2006 fand eine erste Besichtigung des schon bestehenden Agroforstbetriebs (AF Betrieb) von Jas Ram Tamang statt. Außerdem wurden erstmals die Betriebsbilanzen des AF Betriebs und einiger anderer Betriebe erfasst und mit den Landwirten die Möglichkeit diskutiert, diese durch Agroforstwirtschaft zu verbessern.

Im Herbst 2007 erfolgte der Beschluss, das Projekt mit den Landwirten, die daran mitwirken wollen (15 Familien), durchzuführen und der Rahmen des Projekts wurde abgesteckt. In Deutschland gründete sich zum Zweck der Darstellung und Spendensammlung der Verein Kaule e.V. Dieser wurde im Juni 2008 als gemeinnützig anerkannt und im November 2008 beim Amtsgericht Köln eingetragen.

Projektzeitplan (pdf)

 

Wie es weiter geht

Umbau

Das Projekt ist über einen Zeitraum von drei Jahren angelegt, gemäß der Zeitspanne, die mindestens nötig ist, um vom konventionellen Landbau auf das Agroforst-System umzustellen.
Im März 2009 beginnen die Betriebe mit dem Umbau. Der Umbau wird durch die Landwirte und durch Volontäre, die durch die nepalesischen Volontärzentren „VIN“ (Volunteers Initiative Nepal) und „Hands for Help Nepal“ eingesetzt werden, durchgeführt.

Die Umbauphase bezieht zunächst ein Training und neue Anpflanzungen mit ein. Sie soll im ersten Jahr in ihrer Grundstruktur fertig gestellt sein. In den folgenden Jahren sollen neue Techniken wie zum Beispiel Bewässerungssysteme, Bienenzucht, Gründüngung und Kompostierung eingeführt und Fischteiche gebaut werden. Dabei bleiben die schon bestehenden Terrassen erhalten.
Die vollständige Umwandlung wird jedoch erst nach mehreren Jahren erfolgt sein. Das liegt vor allem daran, dass die Bäume langsamer wachsen, eine Bodenregeneration ihre Zeit braucht und sich das biologische Gleichgewicht erst einmal einpendeln muss.

Der Umbauplan soll im Sinne der Agroforstwirtschaft gestaltet werden. Hierzu werden die Terrassenpositionen mit einem GPS-Empfänger erfasst und später in Karten festgehalten. Bodenproben werden entnommen und die schon bestehende Vegetation wird erfasst. Anhand der Bodenproben kann man im Laufe der Zeit zum Beispiel die Zunahme an organischem Material im Boden, die durch die Agroforst-Methoden erreicht werden soll, messen.
Außerdem wird beobachtet, welche mehrjährigen Pflanzenarten sich für den gemeinsamen Anbau eignen beziehungsweise sich positiv ergänzen, mit dem Ziel, den permanenten Anbau mit unterschiedlicher Fruchtfolge in der Gegend von Kaule zu verbessern.

Pflanzenzucht

Die Pflanzennachzucht erfolgt vor Ort in einfach angelegten Gewächshäusern. Das benötigte Pflanzenmaterial wird aus den schon bestehenden Beständen, hinzugekauftem Saatgut und Pflanzen oder aus der Umgebung gesammelten Pflanzen gewonnen.

Datendokumentation

Zwecks Datendokumentation und dem regelmäßigen Austausch zwischen nepalesischen Mitarbeitern und dem Verein in Deutschland wurde in Kaule im März 2009 ein Büro eingerichtet. Pema Sherpa, unsere nepalische Mitarbeiterin ist seit 2009 auf Honorarbasis für uns vor Ort beschäftigt. Dadurch kann u.a. die Webseite auf dem aktuellen Stand gehalten werden, und alle Beteiligten und Interessierten können die Entwicklung des Projektes mitverfolgen.

Schulungen

Im März 2009 findet eine dreiwöchige Schulung der Landwirte zur Agroforstwirtschaft statt. Diese Schulung führt die “Nepal Agroforestry Foundation” (NAF) durch, damit das neue System angelegt und weiter ausgebaut werden kann. Dabei lernen alle Projektteilnehmer voneinander. – Die Landwirte bekommen die Grundsätze der Agroforstwirtschaft vermittelt und wir lernen von den Landwirten ihre Praktiken der Landwirtschaft und wertvolle Kenntnisse über einheimische Pflanzen, Tiere und Kultur.

Marktanalyse

Im Frühjahr 2009 wird die Marktsituation analysiert, und damit verbunden später eine Optimierung der Wirtschaftlichkeit der Betriebe stattfinden. Hierzu werden von einigen Landwirten schon seit 2006 die Betriebseinnahmen und- ausgaben erfasst. Die Analyse umfasst die Marktsituation und soll folgende Fragen beantworten: Was und wo kann am besten verkauft werden? Wie wird der Transport dorthin am praktischsten organisiert?
Die momentane Situation der Landwirte wird dokumentiert und liefert somit einen Vergleichsanhalt für die folgenden Jahre. Denn dann soll die Analyse erneut durchgeführt werden und es kann gezeigt werden, ob und wie eine Verbesserung der Situation eingetreten ist. Solche Analysen werden mithilfe von Interviews und anhand von Fragebögen durchgeführt.

Wissenschaftliche Auswertung

Die gesammelten Daten sollen zusätzlich in Form ein oder mehrerer Publikationen dargestellt werden, um sie somit auch der wissenschaftliche Interessengruppe zur Verfügung zu stellen. Vielleicht kann somit ja ein kleiner Beitrag zu der agroforstwirtschaftlichen Systementwicklung beigesteuert werden.