Volontäre in Kaule
Flora Cooper Maddocks und Sishy Goodall
20. März 2011
Die letzten Tage in Kaule haben sich echt gelohnt. Wir haben nicht nur etwas über ökologische Landwirtschaft in dieser Gegend gelernt, sondern auch über das dortige Lebensgefühl und wie sich eine Gemeinschaft untereinander unterstützen kann. Es war toll, im Garten zu helfen und sich zu fühlen, als wäre man wirklich ein Teil des Lebens hier. Wir wurden angeleitet, verschiedene Arbeiten zu tun, konnten aber genauso Dinge vorschlagen und unsere Ideen an jeden weitergeben. Es ist herrlich hier zu leben und selbst beim Pflanzen gießen oder Zäune reparieren wirst du an die Schönheit der Gegend erinnert und daran, wie viel Glück du hast hier helfen zu können. Eine großartige Erfahrung, für die sich ein Besuch immer lohnt!
Sylvie Tiesler – Eine neue Welt
Nach fast zwei Jahren als übersetzendes Mitglied für die Webseite von Kaule e.V. wurde ein Wunsch wahr und ich verbrachte drei Wochen an dem Ort, der dem Projekt seinen Namen gab. Und was erwartete mich da!
Zunächst einmal eine abenteuerliche Ankunft: nach einer zweistündigen Busfahrt auf dem Busdach erreichten wir abends das Projekt-Office.
Die ersten zwei Wochen gab es einiges zu tun, um das Demozentrum nach den Wintermonaten wieder auf Vordermann zu bringen.
Nun bekam ich allmorgens die Pflanzen zu Gesicht, deren Namen ich viele Male übersetzt hatte: angefangen von den Kardamompflanzen bis hin zu Senf, Kohl und Spargelbeeten.
Eines der Spargelfelder war mit einem Zaun zu versehen, die Schlupflöcher von den Hunden und Hühnern im Maschendrahtzaun waren zu schließen, Mehl bei der Müllerin zu holen, die Affen zu verjagen und vieles mehr.
Ich genoß es ungemein, an der frischen Luft mit Blick auf den Himalaya die verschiedensten Arbeiten auszuführen, angeleitet von Alina und in Gemeinschaft mit Karin, Sarah und Julia. Und jeden Abend leistete der Ofen im Office uns gute Dienste.
In diesen Wochen lernte ich die Bauern kennen, die am Agroforst-Projekt teilnehmen. Alina zeigte uns auch die Felder und am Beispiel von Landwirt Jasram die Möglichkeiten, die die Umstellung zum agroforstwirtschaftlichen System langfristig bietet.
Ein weiteres Highlight war für mich ein Besuch bei der Familie von dem Bauern Damai zur „hair shaving ceremony“, einer Zeremonie, bei der einem Sohn der Familie das Haupthaar vollständig vom Kopf rasiert wurde. Somit ist er symbolisch in den Stand des erwachsenen Mannes erhoben. Zu den Rechten und Pflichten gehört u.a., dass der junge Mann bei Ableben seiner Eltern den aufgebahrten Körper mit zu Grabe tragen darf.
Ich bin fasziniert, dass aus einer Idee ein solches Projekt, und aus dem Nichts ein solch blühendes Demozentrum entstanden ist, und wie viel vereinte Kräfte zustande bringen können.
Mir ist bewusst, dass jeder Kaulaner eine Menge zum jetzigen Stand des Projektes beigetragen hat und ich glaube, dass dieses Demozentrum für die Bauern für die Umstellung von großer Bedeutung ist und sein wird.
Mein erster Dank geht vor allem an Alina dafür, dass sie mich die ganze Zeit über die Gepflogenheiten, über den Aufbau des Demozentrums aufgeklärt hat.
Ich danke Alina, Sarah, Karin und Julia für die tolle Zusammenarbeit.
Und Thulo und Fiji für ihr Herumtollen und die vielen Male, die sie mich zum Lachen gebracht haben.
Euch und allen Volontären, die nach mir kommen, wünsche ich eine wunderschöne Zeit in Kaule und viele Weitblicke, von denen Ihr auch später zu Hause noch lange zehren möget.
Eure Sylvie
Karin Puttkammer – Impressionen meines dreimonatigen Aufenthaltes in Kaule:
4. November 2010
Wir sind zum Abendessen bei einer benachbarten Landwirtsfamilie eingeladen: außer dem Kuchen, von Alina gebacken, zwei Flaschen Apfelwein, der Raksi heißt und gerne mit “Cocola” (Coca-Cola) getrunken wird, haben wir noch ein lebendes Hühnchen als Gastgeschenk dabei.
Wege zu Nachbarn sind immer schmal, steil und steinig, führen über Bäche und sind glitschig – gutes Training für kommende Trekkingtouren – wir gehen ca. eine Stunde.
Fahrten mit dem Bus sind immer ein Abenteuer: über Geflügelkisten, Säcke, Autoreifen und was sonst noch transportiert wird, kann man mit Glück einen Sitzplatz erobern. Mutige sitzen auf dem Dach des Busses, weil man von dort die beste Aussicht ins Kathmandutal hat, aber auch auf das haarscharfe Fahren am Abgrund entlang oder an entgegenkommenden Fahrzeugen vorbei… Ich sitze lieber im Bus und genieße den Blick auf die steilen Hänge mit den terrassierten Feldern…
Erholsam ist die Arbeit im Garten, der ich mich verschrieben habe. Anfangs ungewohnt, kräftezehrend und rückenschwächend. Aber dann sehr beglückend. Immer ist man draußen, verbunden mit der Natur. Wenn man aufschaut, sieht man die Berge; oder Thulo, wie er sich lustvoll in einem gerade angelegten Beet wälzt (Frust).
Die, für die Natur so segensreiche, für uns oft nervende, weil schimmelbildende Regenzeit bis Ende September habe ich tapfer überstanden und danach vier Wochen Sonnenschein genossen, teils beim Trekken, teils am malerischen Phewa-See in Pokhara.
Der Kontakt zur nepalischen Bevölkerung ist das schönste Geschenk meines dreimonatigen Aufenthaltes. Ich kann mich problemlos einfügen in die Familie, bei der ich wohne und wenn ich “Mum” genannt werde, fühle ich mich völlig integriert.
Die Zusammenarbeit mit den anderen Volontären, jungen Menschen aus allen Teilen der Welt, ist anregend und macht mir viel Freude!
Der Abschied fällt schwer, obwohl ich doch weiß, dass ich im Februar nächsten Jahres wiederkommen werde, dann für längere Zeit. Denn Alina muss ihre Doktorarbeit schreiben und in der Zeit ihrer Abwesenheit will ich in Kaule nach dem rechten sehen. Ich freue mich darauf!
Paige Leigh Tyson, Dylan Flower and Connor Bell
26. Januar 2010
Im November 2009 waren wir Volontäre beim Kaule e.V. Projekt in Nepal. Während unseres Aufenthaltes lernten wir den Tagesablauf der Bauern innerhalb ihrer Dorfgemeinschaft kennen. Wir halfen ihnen, einen Bambuszaun anzufertigen, gaben einige Stunden Englischunterricht und legten beim Hauptquartier von Kaule e.V. letzte Hand an, ganz zu schweigen von den vielen Begegnungen mit der Dorfgemeinschaft, als wir in den nepalesischen Familien Reiswein genossen, wunderschöne Wandertouren in die hügelige Landschaft unternahmen und die kulinarischen Köstlichkeiten der nepalesischen Küche genossen. Wir lernten eine Menge über die gängigen Methoden bei Ackerbau und Viehzucht sowie beim Pflanzenwachstum. Wir werden Kaule ganz sicher in ausgezeichneter Erinnerung behalten.
Paige Leigh Tyson
Jules Henze
Samstag, 23. Januar 2010



In Kathmandu anzukommen ist ein emotionaler Prozess, besonders wenn du vorhast für fünf Monate in Nepal zu bleiben. Du hast wahrscheinlich nicht erwartet, solche Dinge zu sehen oder du hast nie über sie nachgedacht, bevor du herkamst. Manche Menschen haben nicht gerade ein einfaches Leben hier, sondern eher ein schwieriges Leben und das ist beeindruckend, in negativer Weise.
Nach der Einführungsphase mit VIN, war ich froh in Kaule anzukommen. Der Verkehr stört dich nicht mehr, ebenso wenig wie die Einwohner. Das Leben sieht hier immer noch arm aus, aber nicht wie unter den schlechten Bedingungen, die die Hauptstadt “bietet” und nicht mit Menschen, die dazwischen stehen Nepal als Touristen zu genießen und gleichzeitig die Einwohner provozieren, sie auszunehmen. Okay, ich habe mich immer noch wie ein Fremder oder Eindringling gefühlt.
Dieses Gefühl ist nie wirklich verschwunden, aber während des Arbeitens – besonders während des Arbeitens auf einigen der Farmen, die am Projekt teilnehmen – fühlte es sich immer einfacher an, hier für eine längere Zeit zu leben. Ich habe Menschen aus dem Dorf kennen gelernt, von denen die meisten wirklich freundlich waren und uns in ihre Häuser zum Essen eingeladen haben.
Die Arbeit, die ich getan habe, war ziemlich unterschiedlich und enthielt irgendwie alles von Englischunterricht für Kinder und Erwachsene im Dorf bis zur härteren Arbeit, wie einen Regenwasserablauf aus Zement zu bauen. Dazwischen habe ich Bäume gepflanzt, andere Pflanzen ausgerissen, stickstofffixierende Knöllchenbakterien an Wurzeln gezählt, während ich Vera bei ihrer Forschungsarbeit half, Holz angemalt, etwas daraus gebaut, und vieles mehr. Größtenteils Dinge, die ich davor selten getan hab. Das war einer der Gründe, warum ich nach Nepal kam, um unter anderen Bedingungen zu leben und etwas anderes zu tun als nur geistige Arbeit in der Schule, die ich dieses Jahr an der Universität weiterführen werde.
Alles in allem kann ich nach meinen fünf Monaten in Nepal sagen, dass es eine lohnende Erfahrung war, auch wenn ich zwischendurch an Krankheiten litt, was mir manchmal wirklich das Gefühl gab, ich müsste am nächsten Tag nach Hause fliegen. Am Ende war es genauso emotional nach Hause zu fliegen wie in Kathmandu anzukommen. Nicht wegen dem, was du siehst – ich weiß nicht, ob es gut oder schlecht ist, aber du wirst nicht mehr von den Lebensbedingungen hier überrascht – sondern weil du nicht sicher warst nach Hause zu kommen. Irgendwie hatte es gerade angefangen sich wie ein Zuhause anzufühlen.
Roddy McKay
Donnerstag, 07. Januar 2010
Mein Aufenthalt in
Kaule hat nicht nur Spaß gemacht, sondern war auch sehr bereichernd, zum Teil wegen des abwechslungs-reichen Speise-planes (das ist bei nepalesischen Volontärprogrammen eher eine Seltenheit), aber vor allem wegen der Haltung der Projektleiterin, die die Gemeinschaft in den Mittelpunkt stellte. Die Nepalesen sind berühmt für ihre Gastfreundlichkeit (auch wenn die Person, die den Gast empfängt, im selben Zuge hinter seinem Rücken schändlich über ihn herziehen kann), doch die Dorfgemeinschaft von Kaule zeigt deutlich, dass sie für die von Kaule e.V. geleistete Arbeit wirklich aufrichtig dankbar ist. Ursprünglich hatte ich geplant, nur drei Wochen in Kaule mit zu arbeiten, bevor es dann einen Monat mit einem Projekt im westlichen Teil des Landes weitergehen sollte. Die Arbeit in Kaule machte mir jedoch solchen Spaß, dass ich, als der Monat verstrichen und das Projekt vorbei waren, zurückkehrte, und so verbrachte ich von den insgesamt fünf Monaten meiner Zeit in Nepal fast die ganze Zeit hier in Kaule. Auch wenn der Schwerpunkt des Projektes auf landwirtschaftlichen Tätigkeiten liegt, so ist die Arbeit, die den Freiwilligen geboten wird, sehr vielseitig, da hier verschiedene Bedürfnisse in der Gemeinschaft ins Auge genommen werden. Ackerbau, Hausbau/Wartungsarbeiten sowie Englischunterricht gehören dort zu den Einsatzmöglichkeiten und sollte jemandem weitere Ideen einfallen, von dem er oder sie glaubt, dass sie der Gemeinschaft nützlich sein können, bin ich sicher, dass die Projektleiterin diese gerne in Betracht ziehen wird.
Die Unterkunft ist sehr komfortabel im Vergleich zu den Standards von anderen nepalesischen Volontärsprogrammen. Aber wenn man heiß duschen möchte, muss man die kurze Reise nach Kathmandu antreten. Ja, dies ist quasi ein Wink mit dem Zaunpfahl für jeden, der dort als Volontär arbeiten möchte: ich bin mir sicher, dass dort ein solarbetriebenes Duschkit als Gastgeschenk mit großer Dankbarkeit entgegengenommen werden würde. Richtet dem allezeit lächelnden Ladenbesitzer bitte ein „Namaste” von mir aus – ich bin mir sicher, dass die Kaule-Volontäre nun genug bei ihm eingekauft haben, dass er seine Kinder zur Uni schicken kann, was vielleicht der Grund für sein dauerhaftes warmes Lächeln und sein gutgelauntes Verhalten ist.
Alles in allem denke ich, dass Kaule der richtige Ort ist für jemanden, der in Nepal als Volontär arbeiten will, der sich dabei jedoch nicht ins gänzlich Unbekannte wagen möchte. Wem der Sinn nach Abenteuer steht, der sollte in den Westen des Landes reisen und erleben, was dort von einem erwartet wird, und sich, einmal von den Strapazen erholt, nach Kaule begeben.
Roddy
Dan Keezer
Mittwoch, 06. Januar 2010
Sehen Sie sich das Video an: Rundgang durch das Vereinshaus in Kaule, Nepal
Ich bin sechs Wochen lang, vom 15. September bis zum 1. November 2009, in diesem Haus gewesen.
Dan Keezer, New York
Siehe Video: “Dans Tour durch das Kaule Projekt Haus”
Luke Grossmiller
Mittwoch, 06. Januar 2010
Durch meine Arbeit als Volontär in Kaule hatte ich eine tolle Möglichkeit, mich in einem neuen Land zu Hause zu fühlen. Die Ortschaft Kaule hat eine ländliche Bevölkerung und liegt etwa eine Busstunde entfernt von Kathmandu.
Tagsüber konnte ich an Projekten mitarbeiten, die der Einführung einer nachhaltigen Landwirtschaft dienen. Und abends gab ich in zwei Klassen Englischunterricht.
Ich wohnte zusammen mit einer Gruppe von vier bis acht anderen Leuten im Vereinshaus für Freiwillige.
Bekocht wurden wir von einer Nepalesin, und ein Übersetzer half uns, mit den Dorfbewohnern zu sprechen. Der Ort ist wunderschön und die Menschen, die ich dort traf, waren sehr freundlich. Ich hatte stets die Möglichkeit, mir frei zu nehmen um Nepal zu erkunden, aber es gibt auch immer Arbeit, die getan werden muß. Es macht mich traurig, diesen Ort zu verlassen, an dem mich die Menschen in den vergangenen drei Monaten so gut behandelt haben.
Luke
Marie Ulrich – Namaste, Hello, How are you? – Volunteering in Kaule 2009
Mittwoch, 08. Juli 2009
Stell dir vor, du kommst in eine Landschaft voller Hügel, es steht eine kleine Hütte mit blauen Fensterrahmen vor dir, mit Hunden, die sich in der Sonne räkeln und du wirst von den Leuten, die hier schon seit Monaten leben und arbeiten, herzlich empfangen.
Stell dir vor, du erlebst dies, nachdem du eine Woche in den schmutzigen Straßen Kathmandus herumgelaufen bist und feilschen musstest und auf einmal weisst du, dass du angekommen bist. An diesem Ort, an dem das Projekt stattfindet – von dem aus man einen Blick auf die Stadt Kathmandu und auf die verschneite Gebirgskette des Himalaya hat – fühlt man sich sehr schnell zuhause.
Dieses Heimatgefühl ist wichtig, vor allem wenn man in eine völlig neue und ungewohnte Gegend kommt. Aber ich machte mich sowohl mit dem naheliegenden Dorf und seinen Bewohnern schnell vertraut und sie wurden bald für mich zu einer kleinen Familie. Schon nach zwei Tagen wurden wir zu einer Hochzeit im Dorf eingeladen und einige Tage später bei einem Bauern, der am Projekt teilnimmt, zum Abendessen.
Alle anderen Projektmitglieder waren auch dabei. Wir aßen das Nationalgericht „Dhaal Bhaat”, tanzten bis spät in die Nacht und verbrachten so einen wundervollen Abend miteinander.
Wie wir miteinander kommunizierten? Tja, da wir nur Englisch sprachen und die anderen nur Nepali oder Tamang, die in dieser Gegend gesprochene Sprache, versuchten wir, uns mit Händen und mit Lachen verständlich zu machen, was sehr gut funktionierte. Und warum auch nicht ein wenig Englisch lernen?
Alinas Vorschlag, den Projektteilnehmern und ihren Kindern Englisch beizubringen, wurde gleich am nächsten Tag in die Tat umgesetzt. Eine kleine Hütte war schnell gefunden und wurde, nachdem die Bauern ihre Feldarbeit und wir unsere Projektaufgaben erledigt hatten, zum abendlichen Treffpunkt: der Raum war klein und die Schüler, die sich auf dem mit Matratzen ausgelegten Boden niedergelassen hatten, zeigten großes Interesse. Es war eine überwältigende Erfahrung.
Schon auf dem Weg zu dem kleinen Klassenzimmer hatte ich das Gefühl, durch mein Heimatdorf zu spazieren, als ich in alle Richtungen die Leute mit „Namaste”, was so viel heißt wie Hallo!, grüßte. Mit Hilfe eines netten Dolmetschers aus dem Dorf unterrichteten wir zuerst die Kinder, die sehr darauf erpicht waren, ihre Englischkenntnisse zu verbessern. Es machte uns großen Spaß, ihnen einfache Tänze und Lieder in englischer Sprache beizubringen. Danach kamen die Erwachsenen an die Reihe: noch vor Beginn des Unterrichts baten sie um Stift und Papier und schenkten uns einen Teller voller Erdbeeren, um sich so auf ihre Weise bei uns zu bedanken.
Bald darauf fanden schon die ersten Gespräche mit den Bauern auf Englisch statt. Auf unsere Frage: „How are you?” bekamen wir in den ersten Wochen als Antwort die Gegenfrage „How are you?” und gleich darauf großes Gelächter zurück. Doch nach einiger Zeit antworteten sie richtig und anstatt „How are you?” kam als Antwort „I am fine“, gefolgt von einem breiten Lächeln und schon sicherer klingendem Gekicher. Und als die Bauern zu unserem Haus kamen, um an der Schulung teilzunehmen, konnten wir uns auf diese Weise „unterhalten”. Und so vergingen die Tage.
Die Geschichte mit der alten Bauersfrau hat mich am meisten beeindruckt und jetzt, wo ich wieder zuhause bin, denke ich immer noch daran zurück. Ich gab ihr ein Blatt, auf das ich ihren Namen in englischer Sprache geschrieben hatte: Budda Laxmi, welches als Geschenk gedacht war. Am nächsten Tag gab sie mir das Papier zurück. Beide Seiten waren beschrieben, denn sie hatte geübt, ihren Namen zu schreiben. Aller Wahrscheinlichkeit nach hatte sie noch nie zuvor einen Stift in ihrer Hand gehalten. In solchen Momenten bekommt man so viel zurück. Und so hat auch mir das ganze Projekt viel gegeben. Ich habe auch versucht, einen Beitrag zu leisten, indem ich dabei mithalf, das Projektgelände so aufzuteilen, dass Platz für neue Pflanzen entstand. Die Hüttenwände wurden mit einer Schicht Zement versehen, um sie vor heftigen Regenfällen zu schützen und um das Gelände insgesamt zu sichern.
Das Schönste an dem Projekt war für mich die Möglichkeit, so viele unterschiedliche Dinge zu tun wie Unterrichten, im Freien zu arbeiten und zu lernen, wie man Zement mischt oder wie man einen Zaun baut. Das war nur möglich, weil Alina jedem Teilnehmer freie Hand lässt, das zu tun, was man selbst für wichtig erachtet. Dadurch wurde jeder Tag zu einem neuen Abenteuer, und in Nepal ist sowieso ständig etwas los: entweder der Wassertank wird durchlässig oder es gibt einen Stromausfall. Doch mit netten Menschen wie den Freiwilligen aus anderen Ländern und vor allem mit Alina erscheinen diese Probleme kleiner und am Ende des Tages sitzen wir zusammen am Lagerfeuer und lachen darüber.
Man erkennt die vielen kleinen Schritte, die letztendlich zum Ziel des Projektes beitragen und man kann fühlen, dass die Bauern sich bewusst darüber werden, was sie noch zu tun haben, um ihre Situation zu verbessern. Und wenn man alle diese kleinen Momente zusammen nimmt, wird aus dem Projekt Kaule für einen Volontär, der mit einigen Erwartungen nach Nepal kommt und der um viele tolle Erfahrungen reicher zurückkehrt, ein großartiges Abenteuer. Ich komme zum Ende meines Berichts und es ist an der Zeit, mein “Thank you” an Alina zu richten! Allein durch ihr Organisationstalent, ihren Einsatz und ihren Enthusiasmus wurde dieses Projekt möglich! Dhaanyaabaad, Thank you, Dankeschön!
Marie
Taylor Tappe
Dienstag, 07. Juli 2009

Ich habe zweimal jeweils circa eine Woche lang in Kaule gearbeitet. Bei meinem ersten Aufenthalt machte ich beim Hausbau mit und verrichtete diverse andere Arbeiten, angefangen mit Zäune ziehen, Zement mischen, Ziegel legen, über das Entwerfen und den Bau einer Waschstation bis zum Anpflanzen von zweihundert Bäumen – dabei lernte ich natürlich auch die Einheimischen kennen.
Ich hatte eine großartige Zeit. Das Zusammensein und Arbeiten mit den Dorfbewohnern, Freiwilligen und Projektkoordinatoren lief reibungslos! Ich empfehle dieses Projekt jedem, der auf der Suche nach einer friedlichen und abwechslungsreichen Erfahrung ist, durch die man einerseits die Bevölkerung vor Ort kennenlernt und die gleichzeitig genügend “westlichen Komfort” bietet, so dass man sich nicht allzu weit weg von zuhause fühlt.
Wenn ich wieder nach Nepal reisen sollte, dann nach Kaule. Das Agroforestry Projekt scheint gut zu laufen und selbst in den kurzen zwei Wochen, in denen ich dort arbeitete, habe ich so viele Fortschritte gesehen. Ich gehe davon aus, dass die Bemühungen reiche Ernte tragen werden.
Taylor (USA)
Morgan Sanson – Hi everyone,
Mittwoch, 10. Juni 2009
Ich heiße Morgane Sanson und komme aus Genf (Schweiz). Irgendwo hatte ich gelesen, dass jeder, bevor er stirbt, an zwei Orten auf dieser Welt gewesen sein sollte, und einer davon ist Nepal. Daher entschloss ich mich, nach Nepal zu reisen und als Volontärin in einem Waisenhaus zu arbeiten. Zu Beginn machte die Betreuung der Kinder großen Spaß und ich genoss die Zeit, die wir miteinander verbrachten. Nach wenigen Wochen jedoch wurde die Arbeit sehr anstrengend, und gestaltete sich durch die Sprachbarriere umso schwieriger, da ich im Nepalesischen nur das Wort “Namaste” kenne. Nach der Erfahrung im Waisenhaus erschien mir Alinas Projekt in Kaule wie eine Erlösung: sie hatte schon Erfahrung mit Volontären und richtete alles so ein, dass wir uns gleich wohl fühlten. Alina ist 32 Jahre alt und bereitet ihre Doktorarbeit vor, wobei das Agroforestry Projekt in Kaule in Nepal ihr Studien- und Lehrobjekt ist.
Ich bin voller Bewunderung für alles, was Alina in Nepal aus eigener Kraft in Nepal auf die Beine gestellt hat: sie ist noch so jung und hat schon so viel erreicht, und ich möchte ihrem Beispiel folgen. Ihre Geduld hat mich tief beeindruckt. In Nepal wird alles „morgen” erledigt (was dort alles außer „morgen” bedeutet). Jeden Tag kommen Bauern zu Alinas Haus und schauen ihr bei der Arbeit zu. Sie lächeln, doch sie bieten dabei ihre Hilfe nicht an…. Nie erhebt sie die Stimme oder wird unhöflich und das finde ich ziemlich beeindruckend. Meine Arbeit dort bestand hauptsächlich darin, mich um die Kompostieranlage zu kümmern, den Hügel mit Kräutern zu bepflanzen, damit die Äcker in der Regenzeit vom Monsunregen nicht überschwemmt werden. Zäune wurden gebaut, das Haus wurde zementiert, das Badezimmer bekam neue Kacheln, die Wände wurden gestrichen etc…., Zwei andere weibliche Freiwillige, Claudia und Marie, unterrichteten die Bauern und ihre Kinder in Englisch, was ihnen scheinbar Freude machte, auch wenn es eine Herausforderung war, anderen Menschen eine Sprache beizubringen, von der sie zunächst nicht ein einziges Wort kennen (und andersherum sprachen die beiden kein Wort Nepalesisch). Doch beide bestätigten, dass ihnen das Unterrichten bei so motivierten Schülern großen Spaß machte, zudem die Bauern immer gut gelaunt waren und viel gelacht wurde….
Ich habe meine Zeit hier in Kaule wirklich genossen, es ist ein wunderschöner Ort, das Vereinshaus liegt auf einem Hügel oberhalb der Dorfgemeinschaft und bietet einen atemberaubenden Blick auf Kathmandu und auf die Berge und Felder etc…
Nach Kathmandu mit seiner Luft- und Umweltverschmutzung war Kaule geradezu der Himmel. Die Arbeit war erfüllend, wir konnten uns die Aktivitäten immer frei aussuchen und wir arbeiteten die meiste Zeit über im Freien, was ich sehr genossen habe. Ich möchte auf jeden Fall wieder nach Nepal kommen und Alina besuchen und miterleben, wie weit ihr Projekt gediehen ist.
Morgane



















